1. QFD Best Practice Workshop, Aachen 2008

Das QFD-ID veranstaltete am 12.12 von 10:30 bis 13:00 Uhr in Aachen den 1. QFD Best Practice Veranstaltung in Verbindung mit einer außerordentlichen Zertifizierung.

Die Veranstaltung fand am 12. Dezember von 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr auf Einladung unseres Vorstandsmitgliedes Wolfram Pietsch in den Räumen der Fachhochschule Aachen in der Eupener Str. 70 in Raum 226 statt. 

Folgenden Mitgliedern des QFD-ID wurden zu qualifizierten Fachvortrag über eine erfolgreiche QFD-Anwendung eingeladen:

10:30 Andreas Helferich: QFD in der Weiterentwicklung von Standardsoftware im Rechenzentrumsbetrieb
11:10 Kaffeepause
11:20 Stefan Jesse: Einsatz von QFD für die Entwicklung eines Wasserzählers und eines globalen Intranets
12:00 Kaffeepause
12:10 Frank Lauter: Bewertung von Prozessverbesserungsmaßnahmen mit QFD bei T- Systems
13:00 Mittagessen in der Mensa

ISQFD 2008

14. Internationales QFD Symposium

Beijing, China

Am 25. und 26. September 2008 fand in Beijing, China, das 14. Internationale QFD Symposium stattfinden. Nachdem bereits in den vergangengen Jahren vermehrt Teilnehmer aus China auf den internationalen QFD-Konferenzen waren betrat die Internationale QFD-Community damit zum ersten Mal das Reich der Mitte.

Über 250 Teilnehmer aus 15 Ländern besuchten das vom  International Council for QFD (ICQFD) und vor Ort von der China Association for Quality (CAQ) organisierte QFD‐Symposium in Peking. Alle 60 Vorträge wurden simultan in Englisch bzw. Chinesisch übersetzt. Deutschland war mit zwei Papers der Uni Stuttgart und einem Paper der FH Aachen vertreten.  

Prof. Xiong Wei von der Zhejiang University überraschte mit einer interessanten Darstellung der Geschichte von QFD in China. Bereits in den 90er Jahren führte u. a. Prof. Akao QFD in China ein. Zahlreiche Publikationen zeugen davon, dass sich auch die Wissenschaft dort schon lange mit QFD beschäftigt. Die Zahl der Unternehmen, die QFD einsetzen, wächst ähnlich rasant wie die gesamte chinesische Wirtschaft. Dies bestätigte auch Frau Ma Lin, die Generalsekretärin der China Association for Quality (CAQ). China befindet sich im QFD‐Aufbruch und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass diese Welle weitere Schwellenländer mit sich zieht: so war u .a. eine Delegation aus Thailand anwesend.

Glenn Mazur aus den USA, der Direktor des International Council for QFD (ICQFD) spannte in seiner Eröffnungskeynote den Bogen von den klassischen 14 Management‐Prinzipien des Qualitätsmanagements von Deming zum modernen QFD. Mazur erläuterte QFD als ein chinesisches Fondue, das nur aus der Kombination der einzelnen Elemente seine volle Qualität entwickelt. Für den erfolgreichsten chinesischen QFD‐Berater, Herr Zhang Xiadong, stellte die Konsistenz des Managements als einen wesentlichen Erfolgsfaktor für QFDheraus. Dabei unterschied er zwischen der horizontalen Konsistenz entlang des Deployments und der vertikalen Konsistenz hinsichtlich der verschiedenen Zielebenen der Produktentwicklung bis hin zur strategischen Planung.

Auffällig war die überdurchschnittlich hohe Anzahl der Fallstudien aus einer Vielzahl von Branchen, von der Raumfahrt über Automobilindustrie, Bau, Software bis hin zu Hochschulen und anderen Dienstleistern. Die Vorträge zeigten die fortschreitende Differenzierung und Verbreitung von QFD, weniger grundlegende methodische Innovationen: So beschäftigten sich mehrere Vorträge von Prof. Akao und seinen Schülern mit der Weiterentwicklung der Preisbestimmung. Herr Vincent Wiegel stellte die Integration moralischer Kriterien in ein Moral QFD dar. Bemerkenswert ist der Vorschlag von Prof. Lager aus Grenoble, das erste Haus als ‚Customer Understanding Matrix‘ zu bezeichnen und das zweite entsprechend als ‚Process Understanding Matrix‘ u.s.w. Prof. Pietsch erklärte die unterschiedlichen Ausprägungen von QFD, die sich in der aktuellen Diskussion um Advanced und Modern QFD niederschlagen, durch unterschiedliche Kompromisse zwischen Präzision und Vollständigkeit bei der Analyse von Produktanforderungen in verschiedenen nationalen und Unternehmenskulturen. Bob Hunt analysierte die Erfolgsfaktoren von Projekten im Allgemeinen und von QFD‐speziellen in Entwicklungsländern und stellt das enorme Potential dieses Anwendungsfeldes heraus.

Wir sind stolz auf Lars Oliver Mautsch von der Universität Stuttgart, der dieses Jahr den Nachwuchspreis – das Akao Scholarship ‐ nach Deutschland holte und dessen Vortrag auf großes Interesse stieß. Lars Oliver Mautsch, Absolvent des gemeinsamen Master‐Studiengangs Wirtschaftsinformatik der Universitäten Stuttgart und Hohenheim, erhält den mit 2.000 US‐Dollar dotierten Preis für seine Masterarbeit. In dieser Arbeit entwickelte er am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II der Uni Stuttgart eine Erweiterung der Methode für die Konstruktion von betrieblichen Informationssystemen mittels service‐orientierter Architekturen und Software‐Produktlinien. Die Jury lobte v. a. die Anwendung von QFD zur Unterstützung der Identifikation von Services, auf deren Basis an service‐orientierten Architekturen ausgerichtete Softwareproduktlinien entwickelt werden. Der Akao‐Preis ging dieses Jahr an den japanischen Wissenschaftler Prof. Akira Takayanagi.

Bosch, Tamayo‐Enríquez, Akao, Mazur, Lin, Herzwurm
Lars Oliver Mautsch, Akao Scholarship Preisträger 2008

9. QFD-Symposium, Kassel 2007

QFD Symposium 2007 in Kassel

Das nationale QFD Symposium 2007 fand am 5. und 6. Dezember 2007 in Kassel statt. Es wurde veranstaltet vom QFD Institut Deutschland e. V. in Zusammenarbeit mit der IHK-Innovationsberatung Hessen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie vielschichtig QFD in der tatsächlichen Anwendung ist. Ganz im Sinne von Akao resümierten die Teilnehmer, dass „jeder Anwendungsfall ein individuelles QFD-Vorgehen erfordert.“

Das diesjährige nationale QFD-Symposium begann am ersten Tag mit zwei QFD-Tutorials. Dietmar Zander von Volkswagen Deutschland, zertifizierter QFD-Architekt, bot ein Tutorial für QFD-Anfänger mit der Zertifizierungsmöglichkeit zur erste Stufe (QFD-Förderer) an.* U. a. am praktischen Beispiel von Kfz-Aussenspiegeln wurde detailliert in die QFD-Methode eingeführt.  Prof. Dr. H.-A. Crostack und sein Team von der Universität Dortmund widmeten sich im parallelen Fortgeschrittenen-Tutorial den Einsatzmöglichkeiten von QFD in der innerbetrieblichen Logistik. Dabei standen insbesondere die frühen Phasen der Erhebung, Formulierung, Strukturierung und Gewichtung von Kundenanforderungen im Mittelpunkt. Die Tutorials waren mit insgesamt ca. 20 Teilnehmern gut besucht.  

Am zweiten Tag – dem eigentlichen Symposiumstag – wurden insgesamt acht Vorträge vor insgesamt 44 Teilnehmern präsentiert. Gerd Streckfuss (QFD-Architekt) referierte über die Bedeutung der Funktionen im QFD-Deployment. Obwohl sie z. B. im 4-Phasen-Modell nach ASI nicht auftauchen sind sie für die Produktentwicklung gerade im konsistenten Zusammenspiel mit Kundenanforderungen und Qualitätsmerkmalen sehr wichtig. Jutta Saatweber (QFD-Architekt) und Mareen Lutter stellten danach eine innovative Produktentwicklung mit QFD im Rahmen der Hochschulausbildung vor.

Im Anschluss daran vertieften drei Referenten des Volkswagen Konzerns höchst unterschiedliche Anwendungen von QFD in der Automobilbranche. Jaromir Tobiska von Skoda (QFD-Moderator) stellte eine den Einsatz von QFD in der Vorentwicklungsphase für den Geometrievorschlag eines Interiuercockpits vor. Miguel Castillo Orea von VW Mexiko (QFD-Moderator) präsentierte eine innovative Verbindung von QFD und TRIZ (Theory of inventive problem solving) zur Aufdeckung (nicht zur Beseitigung!) von Widersprüchen in sehr frühen Phasen der Produktentwicklung. Dominic Seibert (QFD-Moderator) wiederum verband QFD mit der Methode „Lautes Denken“ im Rahmen der Konzeptentwicklung von Multifunktionsmodulen bei SEAT.

Höhepunkt des Symposiums war sicherlich der Auftritt von „internationalen Stimme von QFD“ Glenn Mazur, dem Executive Director des QFD Institute (und auch QFD-Architekt). Er stellte eine Anwendung von QFD zur Planung und Entwicklung eine Straßenbauprojekts der öffentlichen Hand vor, in dem ausgehend von den drei wichtigsten Projektzielen die wichtigsten Kundengruppen gefunden wurden, die wiederum die bedeutendsten Anforderungen (promises/commitments) identifizierten. Glenn Mazur betonte dabei insbesondere die Bedeutung des „going to the gemba“, dem Ort, wo die zu entwickelnden Produkte tatsächlich genutzt werden sowie die Wichtigkeit einer sauberen Priorisierung z. B. mittels des Analytic Hirarchy Process (AHP). 

Thomas Fischer legte im Anschluss die Anwendung von QFD innerhalb der textilen Wertschöpfungskette dar. Dabei ist eine Integration der Phasen und Stufen der Wertschöpfung nötig, um mögliche verschiedene, aber voneinander abhängige Varianten zu bewerten. Thomas Fehlmann (QFD-Architekt) zeigte abschließend die Bedeutung von QFD im Rahmen von (Software) Six Sigma auf und stellte dabei einen interessanten Weg zur (mathematischen) Matrixinterpretation vor. Den Abschluss bildete die Verleihung des QFD Innovationspreises 2007 an Luuk Simons, der kurz seine Arbeit zum multi-channel QFD vorstellte. Im Anschluss an das Symposium, am 7. und 8.12.07, bot Glenn Mazur ebenfalls in Kassel dann noch einen Green Belt® Kurs an (in englischer Sprache), welcher der zweiten Stufe des QFD-ID (QFD-Anwender) entspricht. Weitere Informationen dazu unter finden Sie auf den Web-Seiten des QFD Instituts.

Auch die Teilnehmer dieses Symposiums lobten vor allem die persönliche, konstruktive Atmosphäre und die praxisbezogenen Vorträge. Um zukünftig den Lernerfolg für jeden Teilnehmer weiter zu erhöhen, sollen – soweit möglich d. h. Daten zugänglich sind – noch mehr Praxisbeispiele in noch größerer Tiefe präsentiert werden. » Kundenzufriedenheitsanalyse 

Einen englischsprachigen Bericht zum QFD Symposium 2007 von Glenn Mazur können Sie hier einsehen.



Zusammengefasst umfasste das Symposium folgende Vorträge:

•  Die Bedeutung der Funktionen im QFD Deployment (Gerd Streckfuss, QFD-Architekt)

• Fallstudien zu QFD (Jutta Saatweber, qconsult Saatweber)

•  QFD in der konzeptionellen Phase der Produktentwicklung (Jaroslav Machan, Jaromir Tobiska, Skoda, QFD-Moderatoren)

•  Verknüpfung von QFD und TRIZ (Miguel Castillo Orea, VW Mexico, QFD-Moderator)

•  Die Methode “Lautes Denken” und QFD in der Konzeptentwicklung von Multifunktionsmodulen bei SEAT (Dominic Seibert, SEAT, QFD-Moderator)

•  KEYNOTE: QFD for Prioritizing Citizen Input for Civil Construction Projects (Glenn Mazur, QFD Institute, QFD-Architekt)

•  QFD für die textile Wertschöpfungskette (Thomas Fischer, ITV Denkendorf)

•  QFD für Software Six Sigma (Thomas Fehlmann, Euro Project Office, QFD-Architekt)

Der Flyer und der Call for Paper zum nationalen QFD Symposium 2007 sind noch zum Download verfügbar.

* Für die Teilnahme am Tutorial gibt es keine besonderen Voraussetzungen, für eine Zertifizierung ist jedoch die Mitgliedschaft im QFD-Institut erforderlich. Weitere Informationen zum Zertifizierungsprogramm des QFD-ID finden Sie hier.

ISQFD 2007

13. Internationales QFD Symposium

Williamsburg, Virginia, USA

Am 7. und 8. September 2007 fand in Williamsburg, Virginia, USA das 13. Internationale QFD Symposium (in Verbindung mit dem 19. nordamerikanischen Symposium) statt. Organisiert wurde es vom QFD Institute und dem International Council for QFD (ICQFD). Insgesamt umfasste das Programm 2 Tutorials, 3 Keynotes und 24 Fallstudien bzw. Forschungsbeiträge zu QFD aus insgesamt acht verschiedenen Ländern. 

Einer der Höhepunkte war dabei sicherlich die Keynote von Thomas L. Saaty, dem Erfinder des Analytic Hierachy Process (AHP), das innerhalb von QFD insb. zur Bewertung der Kundenanforderungen eingesetzt werden kann. Saaty wurde im Rahmen des Symposiums auch der Akao-Prize verliehen. Mit insgesamt 4 Beiträgen – u. a. zum neuen QFD-Wiki des QFD-ID – war Deutschland auch zahlenmäßig sehr gut vertreten. Einen Abstract zu allen Beiträgen können Sie auf den Seiten des amerikanischen QFD Institute einsehen, genauso wie einige Bilder vom Event. 

ISQFD 2006

12. Internationales QFD Symposium

Tokio, Japan

Etwa 160 Teilnehmer besuchten vom 7.-9. September 2006 das zwölfte internationale QFD Symposium in der japanischen Hauptstadt Tokyo. Veranstalter war die Union of Japanese Scientists and Engineers (JUSE), die als Veranstaltungsort die Tamagawa University auswählten, eine ehemalige Wirkungsstätte von QFD-Mitbegründer Prof. Akao.

Wie gewohnt war die Konferenz sehr international ausgerichtet. So kamen die etwa 40 Referenten aus 19 verschiedenen Ländern, wobei die Japaner „naturgemäß“ dominierten. Deutschland war mit drei Referenten sehr gut aufgestellt. Eine Mitarbeiterin von Stefan Schurr (Qualica Consulting) zog dabei mit ihrem Vortrag “Applying QFD and Design For Six Sigma to the Design of the Suspension of a Formula SAE Race Car” viele Zuhörer an. Prof. Dr. Georg Herzwurm (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Wolfram Pietsch (Fachhochschule Aachen) berichteten in ihren Vorträgen von zwei Projekten des QFD Institut Deutschland e. V., nämlich dem neuen Zertifizierungskonzept des QFD-ID sowie den Ergebnissen des Arbeitskreises QFD Best Practices. Darüber hinaus präsentierten sie eine QFD-Fallstudie zur Anwendung von QFD bei der Dienstleisterauswahl und einen methodischen Beitrag „Automated Induction of Decision Trees – An Advanced Quality Tool“.

In seiner Keynote berichtete Akitoshi Ito (Member of the Board of Directions, Senior Vice President, Nissan Shatai Co., Ltd, Japan) eindrucksvoll von den Qualitäts- und Wettbewerbsvorteilen, die der Automobilhersteller Nissan durch den Einsatz von QFD erzielen konnte.

Zu einem Eklat führte hingegen beinahe die Keynote von Glenn Mazur, (Executive Director, International Council for QFD (ICQFD) und Executive Director, QFD Institute, USA). Zum einen war seine Kritik an QFD hinsichtlich „schlechter Mathematik“ sachlich fehlerhaft und zum anderen bezeichnete er in einer Tabelle die QFD-Ansätze der USA als „Modern QFD“ und die in der restlichen Welt praktizierten QFD-Varianten als „Old Fashioned QFD“. Da war es für die Stimmung im Saal schon gut, dass die japanischen Organisatoren auf jegliche Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Plenum verzichteten. 

Insgesamt zeichneten sich die Beiträge durch eine außerordentlich hohe Qualität aus. Glenn Mazur resümierte zu Recht, dass diese Konferenz qualitativ zu den besten QFD-Symposien überhaupt zählte.

Wie jedes Jahr wurde auch 2006 wieder der Akao-Prize für herausragende Beiträge zur Verbreitung und/oder Weiterentwicklung von QFD vergeben. Preisträger waren diesmal Prof. Verónica González Bosch (ITESM Polytechnic Institute) und Prof. Dr. Toshiyuki Mochimoto (Asahi University bzw. Japan Steel Works).

ISQFD 2005

11. Internationales QFD Symposium

Izmir, Türkei

Vom 26. bis 30. September 2005 fand in Izmir, Türkei, das 11. Internationale Symposium QFD Symposium statt. Organisiert wurde es von der Dokuz Eylul University Faculty of Business. 

Die Rolle von QFD bei Six Sigma und die Anpassung von QFD an eine sich rasch verändernde, globale Wirtschaft waren die zentralen Themen beim elften internationalen QFD-Symposium in der Türkei. Neben der Fertigungsindustrie dominierten einmal mehr die Informationstechnologie und der Dienstleistungssektor als innovative Anwendungsfelder für QFD.

Zwar blieb die Konferenz bezogen auf die Teilnehmerzahlen weit hinter den Erwartungen zurück: Während beim nationalen türkischen QFD Symposium 2002 noch über 350 Teilnehmer kamen, wurde jetzt lediglich weniger als 90 internationale Gäste gezählt. Ursächlich hierfür konnte der unglückliche Umstand sein, dass der ursprüngliche Hauptorganisator, Dr. Fatih Yenginol, überraschend verstarb und die Konferenz daher nur unzureichend beworben wurde. Inhaltlich konnte die Konferenz jedoch überzeugen. 

Während der Begründer von QFD, Prof. Akao, die Bedeutung von QFD beim Wissensmanagement und der Etablierung umfassender Qualitätsmanagementsysteme herausstellte, machte der Direktor des International Council for QFD (ICQFD), Glenn Mazur, deutlich, dass QFD schneller und flexibler gestaltet werden müsse, um den Anforderungen einer volatilen Wirtschaft gerecht zu werden. Infolge der kürzer werdenden Produktlebenszyklen und der verstärkten Produktion in Billiglohnländer steht dabei die Produktentwicklung mit einer gründlichen Analyse der „Voice of the customer“ im Vordergrund. Auf ein geteiltes Echo fiel die Forderung Mazurs, die Mathematik in QFD, z. B. durch die ausschließliche Verwendung kardinaler Werte zu verbessern. Einige Kritiker sahen hierbei eine Scheingenauigkeit, der keine Methode gerecht werden könne. QFD sei in erster Linie ein abteilungsübergreifendes Kommunikations- und Planungsinstrument und keine auf Algorithmen basierende „Entscheidungsmaschine“.

Eine vor allem in den USA, Europa und der Türkei einsetzende bzw. schon länger bestehende „Welle“ ist der Six Sigma Ansatz, der den Anspruch erhebt, TQM abzulösen. Da neben einer Reihe von statistischen Methoden auch QFD Bestandteil der Design for Six Sigma Tollbox ist, hat das starke Interesse der Wirtschaft an Six Sigma in einigen Ländern auch zu einer „Renaissance“ von QFD beigetragen. Beklagt wurde aber allgemein das mangelhafte QFD Know-how vieler Six Sigma Trainer. Nationale und internationale QFD Institute versuchen daher, die Qualität von QFD-Schulungen durch Zertifizierungs- bzw. Akkreditierungsprogramme zu verbessern.

Aus deutscher Sicht erfreulich ist die Tatsache, dass neben dem Gastgeber Türkei und traditionell den Japanern die Deutschen mit vier Vorträgen zu den produktivsten Nationen zählten: Die FH Aachen (Pietsch: Effective Management of Interrelated IT Projects) war hierbei ebenso vertreten wie die Universitäten Dortmund (Refflinghaus: Initiating R&D-Cooperations With Quality Function Deployment) und Stuttgart (Herzwurm: QFD For Services: The Service Matrix-Of-Matrices sowie das Siegener Mittelstandsinstitut mit gleich drei Referenten (Jens, Heupel, Hermes: The Quality Evaluation Card: A Concept Based On The QFD For A Product Development That Is Focused On The Customers And The Assembly).

In der Podiumsdiskussion „What’s going on QFD?” diskutierten unter der Moderation von Glenn Mazur (USA) die Herren Ferguson (UK), Herzwurm (Deutschland), Shindo (Japan), Şen (Türkei) und Zultner (USA) über den aktuellen Stand und die unterschiedliche Anwendung von QFD in der Welt. Dabei wurde deutlich, dass gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern nicht nur mangelnde Ressourcen und fehlendes Wissen, sondern auch kulturelle Besonderheiten die Anwendung von QFD erschweren. Einigkeit herrschte darüber, dass QFD zwar in Ansätze wie TRIZ, Six Sigma etc. integriert werden müsse, dabei aber nicht seine Eigenständigkeit verlieren sollte. Diese gleichzeitige Integrationsfähigkeit und Wahrung der Eigenständigkeit hat schließlich mit dazu beigetragen, dass QFD im Gegensatz zu vielen anderen Methoden auch nach fast 40 Jahren immer noch stark verbreitet und erfolgreich ist.

Der begehrte Akao-Prize für besondere Verdienste um die Verbreitung und Weiterentwicklung von QFD ging in diesem Jahr erstmals an einen bereits Verstorbenen: Dr. Fatih Yenginol von der Dokuz Eylul Universät in Izmir erhielt ihn u. a. für die Einführung von QFD in die Türkei. Er gab auch den Anstoß für die geplante Gründung eines Türkischen QFD Instituts. Der ehemalige Entwicklungschef beim Joint Venture von Nissan und Volkswagen, Dr. Yasuhisa Tsuda aus Japan, der in Deutschland studiert hat und in Berlin promoviert wurde, konnte das Preiskomitee mit der Weiterentwicklung und dem Einsatz von QFD beim Concurrent Engineering überzeugen. Erstmals wurde in diesem Jahr der „Akao Scholarship for QFD“ Award für überragende Leistungen von Studenten vergeben. Gewinner war Yunarso Anang von der University of Yamanashi, Japan, ein Schüler von Prof. Shindo (Vorsitzender des QFD-Komitees im der Union of Japanese Scientists and Engineers – JUSE).

8. QFD-Symposium, Frankfurt 2005

QFD Symposium 2005 wiederum in Verbindung mit der TRIZ Konferenz 2005

Das nationale QFD Symposium 2005 fand vom 29.6-1.7.05 in Frankfurt statt. Es war wie 2004 eine gemeinsame Veranstaltung des QFD Institut Deutschland e. V. und des Europäischen TRIZ-Centrum e.V. in Zusammenarbeit mit der IHK Frankfurt. Gleichzeitig fand die 4. Europäische TRIZ-Konferenz statt.

Kurze Zusammenfassung (von Sixten Schockert):
Insgesamt gab es 7 Vorträge bei ca. 20 Teilnehmern. Der erste Vortrag (Pietsch, Mitglied im Vorstand des QFD-ID) stellte das Zertifizierungskonzept des QFD-ID vor. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Im zweiten Vortrag präsentierte Zander von der Volkswagen AG eine Auswahl der regelmäßigen QFD-Anwendungen bei Volkswagen. QFD ist im Zuge einer Methodenschulungsinitiative seit 2002 fest verankert im Methodenpool der VW AG. Streckfuss (IQM) verglich in seinem Beitrag verschiedenene Entwicklungsmethoden (QFD, FMEA, TRIZ, CA, Paarweiser Vergleich, teilweise Wertanalyse und Target Costing) unter Verwendung des selben Beispiels, der Entwicklung eines Laserpointers. Dieser Vergleich ist auch hier online verfügbar. Fazit des Vergleichs: Erstaunlich viele überraschende Übereinstimmung in den Ergebnissen, aber es gab und gibt verschiedene Philosophien über Anwendung und Ausgestaltung der Methoden. Wenholt (RWTH Aachen) stellte dann einige internationale Felddaten zum Einfluss der Kultur auf kundenorientierte Produktentwicklungen vor. Wichtigstes Ergebnis war, dass die Kultur sowohl die Schnittstelle zum Kunden, als auch die Schnittstellen in Unternehmen beeinflusst. Die Quality Evolution Card stellten Heupel und Jacobs (Universität Siegen) vor. Ausgehend von der Forschungsfrage, wie eine Beherrschung der Variantenkomplexität und somit eine Verringerung der Varianz erreicht werden kann, nimmt die QEC Aspekte der Montage frühzeitig in den Entwicklungsprozess auf und visualisiert diese. Die Voraussetzungen für ein kundenorientiertes Projektmanagement stellte Teusler (Universität Cottbus) in Form der Ergebnisse einer empirischen Untersuchung von 170 Unternehmen zur Einbeziehung des Kunden in das Projektmanagement vor. Den Abschluss (Maierhofer, Future Management) bildete die Anwendung von QFD zur Auswahl von Innovationsmethoden d. h. den Anforderungen an den Innovationsprozess als WAS wurden die Innovationsmethoden als WIE gegenübergestellt. Als ‚beste‘ Methoden wurden dabei QFD, die Systematische Prozessanalyse, das Trimming und die technische Widerspruchsmatrix identifiziert, wobei diese immer kombiniert eingesetzt werden sollten.

ISQFD 2004

10. Internationales QFD Symposium

Monterrey, Mexiko

Vom 17. bis 19. November 2004 fand an der Technical University of Monterey in Mexiko das 10. Internationale Symposium QFD Symposium statt.

Kurze Zusammenfassung von unserem QFD-ID-Mitglied Silvia Friebel:

Das 10. internationale QFD-Symposium fand in Monterrey statt. Es wurde mit Hilfe der Studenten des ITESM unter der Führung von Veronica Gonzales Bosch organisiert. Ca. 80 Vertreter aus 11 Ländern nahmen an dem Symposium teil. Eröffnet wurde das Symposium von Prof. Yoji Akao, der über QFD und Knowledge Management sprach. Anschließend folgten verschiedene Vorträge in zwei Tracks. Die Vorträge beschäftigten sich unter anderem mit Themen zu Kansai Engineering und dem Einsatz von QFD im Bereich der Software Entwicklung. Der erste Tag schloss mit der Verleihung des Akao Prizes, der Koji Tanaka überreicht wurde. Am zweiten Tag des Symposiums wurde die Pause zwischen den Vorträgen für die Sitzung des ICQFD genutzt. Dabei ging es um die Planung der kommenden Internationalen Symposien. 2005 wird das QFD Symposium in Kusadasi (Türkei) stattfinden, siehe auch www.isqfd2005.org. Die kommenden Jahre werden Japan (2006) und die USA (2007) für die Symposien ausrichten. Für 2008 ist China im Gespräch. Das Symposium endete mit einer Einstimmung auf das kommende Symposium in der Türkei. 

Yoji Akao mit einem Geschenk des QFD-ID überreicht anlässlich der ISQFD 2004.

7. QFD Symposium, Kassel 2004

QFD Symposium 2004 in Verbindung mit dem TRIZ Symposium 2004

Das nationale QFD Symposium 2004 fand vom 23.-25.6.04 in Kassel statt.
Es war eine gemeinsame Veranstaltung der IHK-Innovations­beratung Hessen und der IHK Kassel, in Zusammenarbeit mit dem TTN-Hessen, dem QFD Institut Deutschland e. V. und dem Europäischen TRIZ-Centrum e.V.

Unter dem Motto Kundenbegeisterung durch kreative Problemlösungen
– Kundenorientierung durch QFD
– Innovationen durch TRIZ
– QFD und TRIZ im Zusammenspiel
wurden die besten Vorgehensweisen zu den Themen Kundenorientierung und Innovation anhand neuer Erkenntnisse mit Praxisbeispielen aufgezeigt. Zum Einstieg in die Methoden QFD und TRIZ wurden zudem Tutorials angeboten.

Eine Zusammenfassung des QFD-Symposiums unseres neuen Vorstandsmitglieds
Dr. Thomas Fehlmann finden Sie hier:
» Bericht QFD-Symposium 2004.

Veranstaltungsübersichten:
Kurzübersichten zu den Vorträgen des QFD-Symposiums
– Agenda zu allen Veranstaltungstagen im Flyer