ISQFD 2012: QFD rebirth – Quality Creation in Global Era

18. Internationales QFD Symposium

Tokio, Japan

Das 18. Internationale QFD Symposium fand vom 20.-21. September 2012 in Japan statt. Als Motto wurde „QFD rebirth – Quality Creation in Global Era“ gewählt. Als Konferenzort war ursprünglich die University of Yamanshi, dem „Geburtsort“ von QFD vorgesehen. Das Foto unten links zeigt von links nach rechts Prof. Pietsch (QFD-ID), Prof. Herzwurm (QFD-ID), den Mitbegründer von QFD, Prof. Akao sowie seine Frau, Prof. Shindo (Vizepräsident Yamanshi University, Japan) und Prof. Xiong (Zhejiang University, China) vor dem Eingang der Universität. Da aufgrund der Nachwirkungen des Reaktorunglücks von Fokushima v. a. die internationalen Besucher die Reise nach Japan scheuten, wurde der Konferenzort nach Tokio verlegt, um wegen der besseren Erreichbarkeit zumindest mehr nationale Teilnehmer gewinnen zu können. Da das Symposium von mehr als 100 Personen besucht wurde, kann diese Maßnahme als erfolgreich bezeichnet werden. Allerdings wurde in diesem Jahr auch erstmals kein Akao-Prize vergeben, da potenzielle Preisträger aus den genannten Gründen nicht anreisen wollten oder konnten. Das JUSE (Japenese Assoziation for Scientists and Enginners) stellte für das Symposium seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Auf dem Foto sehen Sie Masami Tata, Representative Managing Director and Secretary General JUSE. 

Wolfram Pietsch, Georg Herzwurm, Yoji Akao, Mrs. Akao, Hisakazu Shindo, Xiong
Masami Tata, Representative Managing Director and Secretary General JUSE

Es wurden 24 Paper angenommen, überwiegend aus Japan, aber immerhin auch Paper aus China, Deutschland, Hong Kong und Mexico. Dazu kommen zwei Keynotes aus Japan und USA sowie zwei japanische Lectures. Prof. Akao (siehe Foto unten links) berichtete über seine Passion zu QFD und die Entstehungsgeschichte von QFD. Tomhorio Takanashi, President von T&T Partners, zeigte einen umfassenden Rahmen für Qualitäts- und Wissensmanagement und die Einbindung von QFD. Norihisa Mimura, Director, Laundry and Cleaner Business Unit, Home Appliances Company, Panasonic Corporation, präsentierte eine interessante QFD Fallstudie aus dem Bereich Marketing. Glenn Mazur (QFDI, USA) berichtete über den Stand der ISO Zertifizierung von QFD und die Verwendung von QFD zur Entwicklung eines kundenorientierten Standards. Zwei Vorstände des QFD Instituts präsentierten ebenfalls Paper: Prof. Dr. Wolfram Pietsch (siehe Foto unten rechts) begeisterte mit einem theoretischen Beitrag: „What ist the spirit of QFD? An epistemological enquiry“. Prof. Dr. Georg Herzwurm zeigte die Anwendung von QFD für Cloud Computing Lösungen.  

Yoji Akao
Wolfram Pietsch

ISQFD 2006

12. Internationales QFD Symposium

Tokio, Japan

Etwa 160 Teilnehmer besuchten vom 7.-9. September 2006 das zwölfte internationale QFD Symposium in der japanischen Hauptstadt Tokyo. Veranstalter war die Union of Japanese Scientists and Engineers (JUSE), die als Veranstaltungsort die Tamagawa University auswählten, eine ehemalige Wirkungsstätte von QFD-Mitbegründer Prof. Akao.

Wie gewohnt war die Konferenz sehr international ausgerichtet. So kamen die etwa 40 Referenten aus 19 verschiedenen Ländern, wobei die Japaner „naturgemäß“ dominierten. Deutschland war mit drei Referenten sehr gut aufgestellt. Eine Mitarbeiterin von Stefan Schurr (Qualica Consulting) zog dabei mit ihrem Vortrag “Applying QFD and Design For Six Sigma to the Design of the Suspension of a Formula SAE Race Car” viele Zuhörer an. Prof. Dr. Georg Herzwurm (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Wolfram Pietsch (Fachhochschule Aachen) berichteten in ihren Vorträgen von zwei Projekten des QFD Institut Deutschland e. V., nämlich dem neuen Zertifizierungskonzept des QFD-ID sowie den Ergebnissen des Arbeitskreises QFD Best Practices. Darüber hinaus präsentierten sie eine QFD-Fallstudie zur Anwendung von QFD bei der Dienstleisterauswahl und einen methodischen Beitrag „Automated Induction of Decision Trees – An Advanced Quality Tool“.

In seiner Keynote berichtete Akitoshi Ito (Member of the Board of Directions, Senior Vice President, Nissan Shatai Co., Ltd, Japan) eindrucksvoll von den Qualitäts- und Wettbewerbsvorteilen, die der Automobilhersteller Nissan durch den Einsatz von QFD erzielen konnte.

Zu einem Eklat führte hingegen beinahe die Keynote von Glenn Mazur, (Executive Director, International Council for QFD (ICQFD) und Executive Director, QFD Institute, USA). Zum einen war seine Kritik an QFD hinsichtlich „schlechter Mathematik“ sachlich fehlerhaft und zum anderen bezeichnete er in einer Tabelle die QFD-Ansätze der USA als „Modern QFD“ und die in der restlichen Welt praktizierten QFD-Varianten als „Old Fashioned QFD“. Da war es für die Stimmung im Saal schon gut, dass die japanischen Organisatoren auf jegliche Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Plenum verzichteten. 

Insgesamt zeichneten sich die Beiträge durch eine außerordentlich hohe Qualität aus. Glenn Mazur resümierte zu Recht, dass diese Konferenz qualitativ zu den besten QFD-Symposien überhaupt zählte.

Wie jedes Jahr wurde auch 2006 wieder der Akao-Prize für herausragende Beiträge zur Verbreitung und/oder Weiterentwicklung von QFD vergeben. Preisträger waren diesmal Prof. Verónica González Bosch (ITESM Polytechnic Institute) und Prof. Dr. Toshiyuki Mochimoto (Asahi University bzw. Japan Steel Works).

ISQFD 2001

7. Internationales QFD Symposium

Tokio, Japan

Zum zweiten Mal nach 1995 fand das Internationale QFD-Symposium in Japan statt und wurde auch diesmal von der Japanese Union of Scientists and Engineers (JUSE) organisiert.

Leider blieben die Terrorangriffe in den USA nicht ohne Einfluss auf die Veranstaltung. So waren zahlreiche kurzfristige Stornierungen von Referenten und Teilnehmern aus Übersee zu verzeichnen. Trotzdem war die Konferenz mit insgesamt ca. 100 Teilnehmern, davon ca. 25% Nicht-Japaner, noch recht gut besucht. Die Tatsache, dass die Mutter von Prof. Shindo, dem Chairman der Veranstaltung, am Tag vor der Konferenz unerwartet verstarb, trug wohl ebenso dazu bei, dass eine ausgelassene Stimmung wie auf früheren Symposien nicht so recht aufkommen wollte. Das QFD-ID möchte Herrn Prof. Shindo hiermit sein herzliches Beleid aus-richten.

Die Vorträge rekrutierten sich aus 12 Präsentationen aus Übersee (USA; Mexiko, Schweiz, Australien, Deutschland, Brasilien, Schweden), 11 Präsentationen aus Japan sowie 4 Tutorials und eingeladenen Vorträgen (siehe nachfolgendes Inhaltsverzeichnis). Wie immer in Japan handelte es sich dabei um eine ausgewogene Mischung aus Praktikervorträgen und Beiträgen von Universitäten. Die Beiträge waren von außerordentlich hoher Qualität und zählten zum besten, was in den letzten Jahren auf internationalen QFD Symposien geboten wurde. Leider haben jedoch die Praktiker verständlicherweise ihre zahlreichen Praxisbeispiele nicht immer in den Proceedings abbilden lassen. Inhaltlicher Schwerpunkt war die Verknüpfung von QFD und Managementaktivitäten. Prof. Akao stellte in seiner Hauptrede ein QFD gestütztes Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9000:2000 vor. Sechs weitere Beiträge hatten den Beitrag von QFD zur strategischen Planung zum Gegenstand. Beispiele für QFD-Anwendungen kamen nicht nur aus der Fertigungsindustrie. Die Anwendung von QFD für Dienstleistungen wurde immerhin in 3 Beiträgen aufgezeigt und 2 Vorträge hatten die Softwareentwicklung zum Gegenstand. Wie in den vergangenen Jahren spielte die Verknüpfung von QFD und an-deren Methoden eine Rolle. TRIZ war aber dieses Jahr dabei kein besonderes Thema mehr. Glenn Mazur, der Direktor des nordamerikanischen QFD Institutes (QFDIU) und des International Council for QFD (ICQFD), kündigte die Bildung eines „Body of Knowledge“ für QFD an. Geplant sind international standardisierte Kurse, für die ähnlich dem Modell von Six Sigma Teilnehmerzertifikate (grüne, schwarze Gürtel etc.) nach bestimmten Regeln vergeben werden sollen. Nähere Informationen hierzu gibt es im Internet unter http://www.qfdi.org.

Aus lokaler Sicht sind noch die Präsentationen der Herren Apfelbeck (Fernuniversität Hagen) und Dr. Fehlmann (Euro Office AG, Schweiz) erwähnenswert. Herr Apfelbeck berichtete über die Integration von QFD und dem Rollenkonzept, das im Rahmen der objektorientierten Modellierung einsetzt wird. Dr. Fehlmann beeindruckte mit einem Vortrag, in dem er aufzeigte, wie komplexe QFD-Systeme mit Mitteln der Mathematik und der Logik beschrieben und gemanagt werden können. Diese formale, aber dennoch praxisrelevante Perspektive kam ins-besondere bei den Japanern, repräsentiert durch Prof. Akao, sehr gut an. 

Dr. Fehlmann erhielt nach Prof. Herzwurm im letzten Jahr als zweites QFD-ID Mitglied den Akao Prize für besondere Leistungen um die Weiterentwicklung und Verbreitung von QFD. Drei weitere Akao Preise gingen an Japaner, die sich um die QFD-Einführung in Unternehmen, vor allem in den USA, verdient gemacht haben. Zum Thema Preisverleihung sei an die-ser Stelle angemerkt, dass Prof. Akao in diesem Jahr mit der „Distinguished Service Medal“ der American Society for Quality ausgezeichnet wurde.