3. QFD Best Practice Workshop, Wolfsburg 2010

Das QFD-ID veranstaltete am 15.06.2010 von 13:00 bis ca. 16:00 Uhr die dritte QFD Best Practice Veranstaltung in Verbindung mit einer außerordentlichen Zertifizierung. Die Veranstaltung fand mit insgesamt 34 Teilnehmern auf Einladung unseres Vorstandsmitglieds Dietmar Zander bei der Volkswagen AG in Wolfsburg statt.  

Gerhard Lichtenecker (Magna E Cars Systems) präsentierte dabei einen QFD-Ansatz zur Strukturierung von Six Sigma Projekten, wodurch er zum QFD-Moderator zertifiziert wurde. Unser langjähriger QFD-Architekt Gerd Streckfuss (IQM) stellte die Verbindung von TRIZ und QFD heraus indem er TRIZ Parameter/TRIZ Prinzipien im House of Quality aufzeigte. Schließlich stellte Stefan Schurr (Qualica) seinen Ansatz zur integrierten Ausbildung von QFD und Design for Six Sigma vor. Das Qualica QFD/DFSS Training wurde als fünftes Qualifikationskonzept im Rahmen der Zertifizierungsinitiative des QFD-ID akkreditiert und Herr Schurr damit zum insgesamt 15. (!) QFD-Architekten. Zudem begrüßen wir drei neue QFD-Förderer.    

Im Anschluss an den Workshop fand am 16.-17.06.2010 an der Autouni in Wolfsburg die Deutsche TRIZ Konferenz 2010 statt. Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des europäischen TRIZ-Centrums.

9. QFD-Symposium, Kassel 2007

QFD Symposium 2007 in Kassel

Das nationale QFD Symposium 2007 fand am 5. und 6. Dezember 2007 in Kassel statt. Es wurde veranstaltet vom QFD Institut Deutschland e. V. in Zusammenarbeit mit der IHK-Innovationsberatung Hessen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie vielschichtig QFD in der tatsächlichen Anwendung ist. Ganz im Sinne von Akao resümierten die Teilnehmer, dass „jeder Anwendungsfall ein individuelles QFD-Vorgehen erfordert.“

Das diesjährige nationale QFD-Symposium begann am ersten Tag mit zwei QFD-Tutorials. Dietmar Zander von Volkswagen Deutschland, zertifizierter QFD-Architekt, bot ein Tutorial für QFD-Anfänger mit der Zertifizierungsmöglichkeit zur erste Stufe (QFD-Förderer) an.* U. a. am praktischen Beispiel von Kfz-Aussenspiegeln wurde detailliert in die QFD-Methode eingeführt.  Prof. Dr. H.-A. Crostack und sein Team von der Universität Dortmund widmeten sich im parallelen Fortgeschrittenen-Tutorial den Einsatzmöglichkeiten von QFD in der innerbetrieblichen Logistik. Dabei standen insbesondere die frühen Phasen der Erhebung, Formulierung, Strukturierung und Gewichtung von Kundenanforderungen im Mittelpunkt. Die Tutorials waren mit insgesamt ca. 20 Teilnehmern gut besucht.  

Am zweiten Tag – dem eigentlichen Symposiumstag – wurden insgesamt acht Vorträge vor insgesamt 44 Teilnehmern präsentiert. Gerd Streckfuss (QFD-Architekt) referierte über die Bedeutung der Funktionen im QFD-Deployment. Obwohl sie z. B. im 4-Phasen-Modell nach ASI nicht auftauchen sind sie für die Produktentwicklung gerade im konsistenten Zusammenspiel mit Kundenanforderungen und Qualitätsmerkmalen sehr wichtig. Jutta Saatweber (QFD-Architekt) und Mareen Lutter stellten danach eine innovative Produktentwicklung mit QFD im Rahmen der Hochschulausbildung vor.

Im Anschluss daran vertieften drei Referenten des Volkswagen Konzerns höchst unterschiedliche Anwendungen von QFD in der Automobilbranche. Jaromir Tobiska von Skoda (QFD-Moderator) stellte eine den Einsatz von QFD in der Vorentwicklungsphase für den Geometrievorschlag eines Interiuercockpits vor. Miguel Castillo Orea von VW Mexiko (QFD-Moderator) präsentierte eine innovative Verbindung von QFD und TRIZ (Theory of inventive problem solving) zur Aufdeckung (nicht zur Beseitigung!) von Widersprüchen in sehr frühen Phasen der Produktentwicklung. Dominic Seibert (QFD-Moderator) wiederum verband QFD mit der Methode „Lautes Denken“ im Rahmen der Konzeptentwicklung von Multifunktionsmodulen bei SEAT.

Höhepunkt des Symposiums war sicherlich der Auftritt von „internationalen Stimme von QFD“ Glenn Mazur, dem Executive Director des QFD Institute (und auch QFD-Architekt). Er stellte eine Anwendung von QFD zur Planung und Entwicklung eine Straßenbauprojekts der öffentlichen Hand vor, in dem ausgehend von den drei wichtigsten Projektzielen die wichtigsten Kundengruppen gefunden wurden, die wiederum die bedeutendsten Anforderungen (promises/commitments) identifizierten. Glenn Mazur betonte dabei insbesondere die Bedeutung des „going to the gemba“, dem Ort, wo die zu entwickelnden Produkte tatsächlich genutzt werden sowie die Wichtigkeit einer sauberen Priorisierung z. B. mittels des Analytic Hirarchy Process (AHP). 

Thomas Fischer legte im Anschluss die Anwendung von QFD innerhalb der textilen Wertschöpfungskette dar. Dabei ist eine Integration der Phasen und Stufen der Wertschöpfung nötig, um mögliche verschiedene, aber voneinander abhängige Varianten zu bewerten. Thomas Fehlmann (QFD-Architekt) zeigte abschließend die Bedeutung von QFD im Rahmen von (Software) Six Sigma auf und stellte dabei einen interessanten Weg zur (mathematischen) Matrixinterpretation vor. Den Abschluss bildete die Verleihung des QFD Innovationspreises 2007 an Luuk Simons, der kurz seine Arbeit zum multi-channel QFD vorstellte. Im Anschluss an das Symposium, am 7. und 8.12.07, bot Glenn Mazur ebenfalls in Kassel dann noch einen Green Belt® Kurs an (in englischer Sprache), welcher der zweiten Stufe des QFD-ID (QFD-Anwender) entspricht. Weitere Informationen dazu unter finden Sie auf den Web-Seiten des QFD Instituts.

Auch die Teilnehmer dieses Symposiums lobten vor allem die persönliche, konstruktive Atmosphäre und die praxisbezogenen Vorträge. Um zukünftig den Lernerfolg für jeden Teilnehmer weiter zu erhöhen, sollen – soweit möglich d. h. Daten zugänglich sind – noch mehr Praxisbeispiele in noch größerer Tiefe präsentiert werden. » Kundenzufriedenheitsanalyse 

Einen englischsprachigen Bericht zum QFD Symposium 2007 von Glenn Mazur können Sie hier einsehen.



Zusammengefasst umfasste das Symposium folgende Vorträge:

•  Die Bedeutung der Funktionen im QFD Deployment (Gerd Streckfuss, QFD-Architekt)

• Fallstudien zu QFD (Jutta Saatweber, qconsult Saatweber)

•  QFD in der konzeptionellen Phase der Produktentwicklung (Jaroslav Machan, Jaromir Tobiska, Skoda, QFD-Moderatoren)

•  Verknüpfung von QFD und TRIZ (Miguel Castillo Orea, VW Mexico, QFD-Moderator)

•  Die Methode “Lautes Denken” und QFD in der Konzeptentwicklung von Multifunktionsmodulen bei SEAT (Dominic Seibert, SEAT, QFD-Moderator)

•  KEYNOTE: QFD for Prioritizing Citizen Input for Civil Construction Projects (Glenn Mazur, QFD Institute, QFD-Architekt)

•  QFD für die textile Wertschöpfungskette (Thomas Fischer, ITV Denkendorf)

•  QFD für Software Six Sigma (Thomas Fehlmann, Euro Project Office, QFD-Architekt)

Der Flyer und der Call for Paper zum nationalen QFD Symposium 2007 sind noch zum Download verfügbar.

* Für die Teilnahme am Tutorial gibt es keine besonderen Voraussetzungen, für eine Zertifizierung ist jedoch die Mitgliedschaft im QFD-Institut erforderlich. Weitere Informationen zum Zertifizierungsprogramm des QFD-ID finden Sie hier.

8. QFD-Symposium, Frankfurt 2005

QFD Symposium 2005 wiederum in Verbindung mit der TRIZ Konferenz 2005

Das nationale QFD Symposium 2005 fand vom 29.6-1.7.05 in Frankfurt statt. Es war wie 2004 eine gemeinsame Veranstaltung des QFD Institut Deutschland e. V. und des Europäischen TRIZ-Centrum e.V. in Zusammenarbeit mit der IHK Frankfurt. Gleichzeitig fand die 4. Europäische TRIZ-Konferenz statt.

Kurze Zusammenfassung (von Sixten Schockert):
Insgesamt gab es 7 Vorträge bei ca. 20 Teilnehmern. Der erste Vortrag (Pietsch, Mitglied im Vorstand des QFD-ID) stellte das Zertifizierungskonzept des QFD-ID vor. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Im zweiten Vortrag präsentierte Zander von der Volkswagen AG eine Auswahl der regelmäßigen QFD-Anwendungen bei Volkswagen. QFD ist im Zuge einer Methodenschulungsinitiative seit 2002 fest verankert im Methodenpool der VW AG. Streckfuss (IQM) verglich in seinem Beitrag verschiedenene Entwicklungsmethoden (QFD, FMEA, TRIZ, CA, Paarweiser Vergleich, teilweise Wertanalyse und Target Costing) unter Verwendung des selben Beispiels, der Entwicklung eines Laserpointers. Dieser Vergleich ist auch hier online verfügbar. Fazit des Vergleichs: Erstaunlich viele überraschende Übereinstimmung in den Ergebnissen, aber es gab und gibt verschiedene Philosophien über Anwendung und Ausgestaltung der Methoden. Wenholt (RWTH Aachen) stellte dann einige internationale Felddaten zum Einfluss der Kultur auf kundenorientierte Produktentwicklungen vor. Wichtigstes Ergebnis war, dass die Kultur sowohl die Schnittstelle zum Kunden, als auch die Schnittstellen in Unternehmen beeinflusst. Die Quality Evolution Card stellten Heupel und Jacobs (Universität Siegen) vor. Ausgehend von der Forschungsfrage, wie eine Beherrschung der Variantenkomplexität und somit eine Verringerung der Varianz erreicht werden kann, nimmt die QEC Aspekte der Montage frühzeitig in den Entwicklungsprozess auf und visualisiert diese. Die Voraussetzungen für ein kundenorientiertes Projektmanagement stellte Teusler (Universität Cottbus) in Form der Ergebnisse einer empirischen Untersuchung von 170 Unternehmen zur Einbeziehung des Kunden in das Projektmanagement vor. Den Abschluss (Maierhofer, Future Management) bildete die Anwendung von QFD zur Auswahl von Innovationsmethoden d. h. den Anforderungen an den Innovationsprozess als WAS wurden die Innovationsmethoden als WIE gegenübergestellt. Als ‚beste‘ Methoden wurden dabei QFD, die Systematische Prozessanalyse, das Trimming und die technische Widerspruchsmatrix identifiziert, wobei diese immer kombiniert eingesetzt werden sollten.

7. QFD Symposium, Kassel 2004

QFD Symposium 2004 in Verbindung mit dem TRIZ Symposium 2004

Das nationale QFD Symposium 2004 fand vom 23.-25.6.04 in Kassel statt.
Es war eine gemeinsame Veranstaltung der IHK-Innovations­beratung Hessen und der IHK Kassel, in Zusammenarbeit mit dem TTN-Hessen, dem QFD Institut Deutschland e. V. und dem Europäischen TRIZ-Centrum e.V.

Unter dem Motto Kundenbegeisterung durch kreative Problemlösungen
– Kundenorientierung durch QFD
– Innovationen durch TRIZ
– QFD und TRIZ im Zusammenspiel
wurden die besten Vorgehensweisen zu den Themen Kundenorientierung und Innovation anhand neuer Erkenntnisse mit Praxisbeispielen aufgezeigt. Zum Einstieg in die Methoden QFD und TRIZ wurden zudem Tutorials angeboten.

Eine Zusammenfassung des QFD-Symposiums unseres neuen Vorstandsmitglieds
Dr. Thomas Fehlmann finden Sie hier:
» Bericht QFD-Symposium 2004.

Veranstaltungsübersichten:
Kurzübersichten zu den Vorträgen des QFD-Symposiums
– Agenda zu allen Veranstaltungstagen im Flyer

5. QFD Symposium, Stuttgart 2000

QFD in der Praxis

Stuttgart – Am 28. und 29. September 2000 veranstaltete das QFD-Institut Deutschland e.V. in Stuttgart das fünfte QFD Symposium. Vor mehr als 40 Teilnehmern aus allen Branchen hielten acht Referenten Vorträge über die Erfahrungen beim Einsatz von QFD. Höhepunkt war zweifelsohne die Anwesenheit von Professor Akao aus Japan, dem Begründer der Methode QFD.

Zu Beginn des Symposiums wurden den Teilnehmern drei Tutorials angeboten:
„QFD-TQM-EFQM“ mit Frau Saatweber, „Advanced QFD mit TRIZ“ mit G.Streckfuss /Dr.R.Herb und Professor Akao (Japan) mit dem Thema: „Method to set up planed quality and price“.

Die Vortragsreihe begann mit einem Beitrag aus einer für viele Teilnehmer ungewöhnlichen Perspektive: QFD in beziehungsorientierten Dienstleistungen. H. Rehn berichtete aus QFD Projekten der Caritas Mainz, die die ganze Bandbreite einer QFD Anwendung bei Dienstleistungen aufzeigte. Es folgte der Beitrag von H. Hefner, Fa. Temic, über die Quantifizierung von Verbesserungsbeiträgen bei der Definition von Qualitätszielen im Rahmen von EFQM.

Am späten Nachmittag wurde der vom QFD Institut gestiftete QFD Innovationspreises 2000 für herausragende Arbeiten an Hochschulen zum Thema QFD verliehen. Den ersten Preis erhielt Andreas Hartmann für die an der Universität Dortmund verfasste Diplomarbeit „Entwicklung und teilweise Implementierung eines Konzeptes zur Verknüpfung der QM-Methoden QFD und FMEA“. Den zweiten Preis erhielt Harald Schlang, Universität zu Köln, für die Diplomarbeit: „Softwareprozessverbesserung mittels QFD. Entwicklung und Erprobung einer Vorgehensweise an Hand einer Fallstudie bei SAP“. Den dritten Platz belegte Volker Zimmermann mit seiner Dissertation (Universität Kaiserslautern) „QFD im Entwicklungsprozess“. Die Preisträger stellten ihre Arbeiten kurz vor und erläuterten ihre Ergebnisse. Die „offizielle“ Preisverleihung fand während des Abendessens statt und wurde durch Prof. Akao vorgenommen. Vor Beginn des Abendessens erhielt Professor Akao das offizielle T-Shirt des QFD Instituts. Es war zuvor von den Vorstandsmitgliedern des Instituts signiert worden (siehe Foto unten).

Der zweiten Tag begann mit dem mit Spannung erwarteten Hauptvortrag von Prof. Akao. Titel des Vortrages: „History und Future of QFD“. Dabei wurden die Entstehung und Weiterentwicklung der Methode detailliert beschrieben und ein Ausblick auf die zukünftige Gestaltung gegeben (siehe Foto unten).

Frau Dr. Kosche (Fa. Electrolux) erläuterte an einem Praxisbeispiel die Verknüpfung von QFD und FMEA in ihrem Unternehmen. Anschließend berichtete Frau Ulrike Dowie (Infineon AG) über die Qualitätsplanung bei E-Commerce Anwendungen mit Continuous QFD.

Nach der Mittagspause wurde von H. Lars Schubert (Delta GmbH) ein virtuelles Prozessmanagement vorgestellt. Anschließend berichtete H. Bartsch (E-Plus) über den Einsatz von QFD bei der Softwareentwicklung und Evaluierung. Rihda Aizis, ein 16-jähriger Schüler, der im Landesjugendwettbewerb „Jugend forscht“ einen Preis gewonnen hat, erläuterte die Vorgehensweise, wie er QFD eingesetzt hat, um einen Roboter für die Reinigung von Glasflächen auf schrägen Dachflächen zu entwickeln. Frau Cincia Ciuffolini von der TÜV Akademie GmbH, München, berichtete über die Erfahrungen des Pilotprojektes „QFD Online lernen“. Dies ist ein neuer Ansatz für die Aus- und Weiterbildung mit Hilfe des Internet.

Auf dem QFD Software Forum stellten die beiden Softwarehersteller, ITI und Qualica, ihre Produkte QFD Capture bzw. Qualica QFD vor und erläuterten die neuen Features In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Anwendung der verschiedenen Softwarepakete erläutert, unter anderem auch MS Excel. Übereinstimmend wurde berichtet, daß eine qualifizierte Software die Anwendung von QFD erheblich erleichtert. Die Firma ITI verloste an beiden Tagen an die Teilnehmer jeweils zwei Lizenzen ihres QFD Anwendungspaketes „QFD Capture“.

Weitere Informationen zum fünften Symposium:
» Kurzbeiträge der Tutorials und Vorträge
» Ergebnisse der Teilnehmerbefragung als PDF-Dokument
» QFD Innovationspreis 2000

3. QFD Symposium, Mannheim 1998

QFD: Kundenanforderungen verstehen und umsetzen in innovative Produkte und Dienstleistungen

Mannheim – Schwerpunkt des von über 50 Teilnehmern besuchten dritten Symposiums des QFD Instituts Deutschland e. V. vom 24. bis 25. Juni 1998 in Mannheim waren Praxiserfahrungen mit Quality Function Deployment (QFD) und Weiterentwicklungen der Methode.

Neben Praxisbeispielen von BMW, Unisys und Mannesmann Mobilfunk, der Vorstellung einer empirischen Studie der Universität zu Köln über Erfolgsfaktoren von QFD-Projekten und einem Bericht über das amerikanische QFD-Symposium in Novi, stand eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, in der kritisch über die weit verbreitete Zahlengläubigkeit bei der Interpretation von QFD-Ergebnissen diskutiert wurde.

Höhepunkt des QFD-Symposiums war der Vortrag von Glenn Mazur, dem Chef des amerikanischen QFD Institute und Geschäftsführer des International Council for QFD (ICQFD). Mazur korrigierte in seinem Vortrag nicht nur einige falsche Vorstellungen von der Geschichte der QFD-Methode, sondern zeigte in beeindruckender Weise die Möglichkeiten von QFD jenseits des House of Quality auf. Die Weiterentwicklung von QFD wird insbesondere durch die Integration moderner Ansätze wie dem Kansei Engineering geprägt, das zu Produkten führen soll, die gezielt alle sechs Sinne des Kunden ansprechen. Aber auch die Symbiose von QFD und TRIZ ist weiter vorangeschritten. TRIZ ist eine Methode zur systematischen Innovationsfindung über die Auflösung von Widersprüchen. TRIZ basiert auf der Analyse von über 2,5 Millionen Patenten und den hierbei ermittelten Gesetzmäßigkeiten bei der Generierung neuer, umwälzender Ideen. So war es nicht verwunderlich, das auch das TRIZ-Tutorial von Dr. Herb bei den Teilnehmern auf große Resonanz stieß.

Aufgrund der äußerst positiven Erfahrungen der letzten Jahre wird auch beim nächsten QFD-Symposium (voraussichtlich im Juni 1999 in Köln) wieder ein internationaler Gastredner eingeladen. Richard Zultner aus den USA (der Erfinder des „Blitz-QFD“), dem in diesem Jahr vom ICQFD der Akao Prize verliehen wurde, hat hierzu seine Teilnahme bereits zugesagt. Wer selbst einen Vortrag auf dem nächsten Symposium halten möchte, kann sich mit einer Kurzbeschreibung des geplanten Beitrages bis Ende Januar 1999 an das QFD Institut Deutschland wenden.

2. QFD Symposium, München 1997

QFD: „Der Kunde hilft sparen“

München – Insgesamt 39 Teilnehmer besuchten das zweite Symposium des QFD Instituts Deutschland e. V. vom 12. bis 13. Juni 1997 in München. Schwerpunkt des Symposiums waren Praxiserfahrungen mit der Einführung und Anwendung von QFD.

Neben Tutorials für Anfänger und Fortgeschrittene fand ein Workshop zum Thema QFD-Software statt, bei dem die Ergebnisse einer Untersuchung der Universität zu Köln über Kundenanforderungen und Kundenzufriedenheit von QFD-Tool Anwendern vorgestellt wurden und die dazu Anbieter Stellung beziehen konnten. 

Die Vorträge am zweiten Symposiumtag vermittelten ein Bild über den State of the Art der nationalen und internationalen QFD-Anwendung. In Deutschland repräsentieren die 82 Mitglieder des QFD-ID wahrscheinlich typische QFD-Anwender. Die Mitglieder kommen sowohl aus Unternehmen der Fertigungsindustrie (Automobil, Elektronik/Elektrotechnik, Maschinenbau etc.) als auch aus der Software- und Dienstleistungsbranche. 

Berichtet wurde ferner über die weltweiten Aktivitäten des sogenannten International House of Quality, in dem Vertreter aus Japan, den USA, Australien, Brasilien etc. zwecks Förderung der QFD-Methode kooperieren. Das QFD-ID ist über seinen Vorstandssprecher in diesem Gremium vertreten, das u. a. die internationalen QFD-Symposien organisiert.

Intensiver Gegenstand zahlreicher Diskussionen waren die unterschiedlichen Wege zur QFD Implementierung im Unternehmen. Sollte QFD im kleinen Kreis durch interessierte Mitarbeiter eingeführt werden (bottom up) oder die Einführung lieber auf Initiative von oben als Projekt organisiert werden (top down)? Ein gewisser Konsens konnte dahingehend erzielt werden, daß QFD Bestandteil der normalen Entwicklungstätigkeit sein sollte und in das betriebliche Qualitätsmanagementsystem integriert werden muß. 

In diesem Zusammenhang wurden auch neue Wege zur Integration weiterer Methoden in QFD diskutiert. Insbesondere das aus der ehemaligen UdSSR stammende und v. a. in den USA momentan hoch aktuelle Thema TRIZ stieß auf das Interesse der Teilnehmer. TRIZ ist eine Methode zur systematischen Innovationsfindung über die Auflösung von Widersprüchen. TRIZ basiert auf der Analyse von über 2,5 Millionen Patenten und den hierbei ermittelten Gesetzmäßigkeiten bei der Generierung neuer, umwälzender Ideen. 

Aufgrund der überaus positiven Resonanz der Teilnehmer wurde entschieden, auch im nächsten Jahr wieder ein QFD-ID Symposium zu veranstalten (18. bis 19. Juni 1998 in Mannheim). Die vergleichsweise kleine Teilnehmerzahl (beim amerikanischen QFD-Symposium waren ca. 250 Teilnehmer) ermöglichte den intensiven Erfahrungsaustausch während der Vorträge und in den Pausen. Deshalb wurde erwogen, auch im nächsten Jahr wieder auf große Werbemaßnahmen zu verzichten (in diesem Jahr wurden weder große Mailingaktionen gestartet noch eine einzige Anzeige geschaltet) und statt dessen ernsthaft interessierte QFD-Anwender zusammenzuführen.