Bericht über die 10. Jahreskonferenz der Asia QFD Association in Hangzhou

Die Asia QFD Association feierte im Oktober 2025 in Hangzhou ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Jubiläumskonferenz, an der über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Industrie, Wissenschaft und Verwaltung teilnahmen. Die Veranstaltung bot ein breites Spektrum an Keynotes, wissenschaftlichen Beiträgen und Praxisbeispielen und verdeutlichte die anhaltende Dynamik von Quality Function Deployment (QFD) in Asien. Neben klassischen Themen wie Voice of the Customer und House of Quality standen insbesondere digitale Transformation, künstliche Intelligenz (KI) und nachhaltige Innovation im Mittelpunkt.

Eröffnet wurde die Konferenz mit Beiträgen zur Geschichte und Zukunft der Asia QFD Association. Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des „2025 Innovation Award“ an den Deming-Preisträger Prof. Hisakazu Shindo. Internationale Referenten und Preisträger betonten, dass Qualität heute stärker denn je durch Kundenerwartungen und gesellschaftliche Verantwortung geprägt wird.

Prof. Georg Herzwurm (Universität Stuttgart) präsentierte in seiner Keynote „Beyond Quality: How AI Transforms QFD into an Innovation Engine“ die wechselseitige Beziehung zwischen QFD und KI. Er zeigte auf, wie KI-Methoden – etwa Natural Language Processing und Machine Learning – die Analyse der Kundenstimme sowie die Priorisierung von Anforderungen im House of Quality unterstützen können. Zugleich könne QFD als Leitprinzip dienen, um KI-Anwendungen konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer auszurichten. Anhand von Praxisbeispielen aus Industrieprojekten, unter anderem mit Bosch, illustrierte Herzwurm die Potenziale datengetriebener Qualitäts- und Innovationsstrategien.

Ein weiterer Beitrag aus den Reihen des QFD-Instituts Deutschland stammte von Prof. Wolfram Pietsch (FH Aachen). Er zeigte, wie QFD als didaktischer und methodischer Innovationsansatz weiterentwickelt werden kann. Dabei argumentierte er, dass der „Geist“ von QFD weniger in formaler Methodik als vielmehr in interdisziplinärem Denken, Empathie und Erfahrungslernen liegt. Pietsch berichtete über erste Experimente mit KI-basierten Lernassistenten in der Ingenieurausbildung. Diese erwiesen sich als präzise bei der strukturellen Analyse von Kundenanforderungen, konnten jedoch die inhaltliche Tiefe menschlicher Interpretation nicht ersetzen. Er plädierte daher für eine evolutionäre Weiterentwicklung von QFD als Plattform, die Technologie-Push und Markt-Pull in kontinuierlichen Innovationszyklen integriert.

Neben den wissenschaftlichen Sessions bot die Konferenz zahlreiche Praxisbeispiele aus der Industrie, darunter Präsentationen asiatischer Unternehmen, die QFD in Verbindung mit Lean, Six Sigma und KI einsetzen. Die lebhaften Diskussionen zwischen Studierenden, Wissenschaftlern und Praktikern verdeutlichten die hohe Innovationsenergie, die QFD in Asien entfaltet.

Die Jubiläumskonferenz machte deutlich: QFD ist in Asien längst mehr als eine Qualitätstechnik – es ist ein Innovationsmotor. Für das QFD-Institut Deutschland eröffnet sich damit die Chance, an diese Dynamik anzuknüpfen, die internationale Zusammenarbeit zu vertiefen und Impulse für eine moderne, KI-gestützte Weiterentwicklung von QFD in Europa zu setzen.

QFD Institut Deutschland
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